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Arbeit für muslimische Frauen: Karriere und Lebensbalance

Muslimische Frauen im Berufsleben: Berufswahl, Vereinbarkeit mit der Familie, gemischtes Umfeld, Schutz vor Belästigung, Gründung und Rechte am Arbeitsplatz.

Muslimische Frau bei der Arbeit

Muslimische Frauen sind in allen Berufen vertreten: als Ärztinnen, Ingenieurinnen, Lehrerinnen, Juristinnen, Händlerinnen und Unternehmerinnen. Ob mit oder ohne Kopftuch – viele teilen dieselben Fragen: Wie lassen sich Karriere und Familie vereinbaren, wie bewegt man sich in einem gemischten Umfeld und bleibt dabei seinen Werten treu, wie schützt man sich vor möglichen Übergriffen?

Dieser Leitfaden behandelt das Berufsleben muslimischer Frauen als Ganzes: Berufswahl, Work-Life-Balance, Beziehungen am Arbeitsplatz, Selbstständigkeit und Rechte. Fragen speziell zum Kopftuch werden auf einer eigenen Seite behandelt.

Die Arbeit von Frauen in der islamischen Tradition

Die Gelehrten erinnern häufig daran, dass der Islam der Frau das Recht zuerkennt, zu arbeiten, Eigentum zu besitzen und ihr Vermögen selbst zu verwalten. Es gibt zahlreiche Beispiele, allen voran Khadidscha, eine angesehene Kauffrau. Die üblicherweise genannten Bedingungen betreffen die Erlaubtheit der Tätigkeit, die Wahrung der Regeln der Schamhaftigkeit und das Gleichgewicht mit familiären Pflichten, das jedes Paar auf eigene Weise gestaltet. Das Einkommen der Frau gehört nach der Mehrheitsmeinung ihr allein. In besonderen Situationen kann ein qualifizierter Gelehrter je nach Kontext Klarheit schaffen.

Eine Berufsrichtung wählen

Kein Bereich ist Männern vorbehalten, doch manche Berufe sind bei muslimischen Frauen besonders gefragt, weil sie gesellschaftlich nützlich sind oder eine flexible Organisation erlauben:

  • Gesundheit: Hebamme, Pflegefachfrau, Ärztin, Apothekerin, Physiotherapeutin – hier besteht echte Nachfrage nach weiblichem Personal;
  • Bildung: Lehramt, frühkindliche Bildung, Logopädie, Lernbegleitung;
  • Recht, Rechnungswesen und Finanzen, einschließlich islamischer Finanzwirtschaft;
  • Digitales: Entwicklung, Design, Projektmanagement, oft mit Homeoffice vereinbar;
  • Handel und Halal-Wirtschaft: Lebensmittel, Kosmetik, Modest Fashion, angepasster Tourismus.

Die Seite zu Berufen der frühkindlichen Betreuung im Halal-Rahmen stellt eine häufig genannte Branche vor.

Karriere und Familie vereinbaren

Die Work-Life-Balance ist ein zentrales Thema, besonders nach einer Geburt. In Frankreich gibt es dafür Mutterschaftsurlaub, Elternzeit, gewählte Teilzeit und Telearbeit, wenn die Stelle es zulässt; in Deutschland sind es vor allem Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld und der Anspruch auf Teilzeit. Das Recht schützt Schwangere und junge Mütter vor Kündigung und Diskriminierung wegen der Schwangerschaft. Für Einzelheiten und Voraussetzungen sind die offiziellen Websites der Behörden die verlässliche Quelle.

Arbeit von zu Hause oder aus der Ferne ist eine Option, die viele Frauen schätzen; unser Leitfaden zu Halal-Arbeit von zu Hause stellt die Möglichkeiten und die Fallstricke vor.

Sich in einem gemischten Umfeld bewegen

Die meisten Arbeitsplätze sind gemischt. Viele muslimische Frauen finden dort ihr Gleichgewicht, indem sie sich an einige einfache Grundsätze halten:

  • mit allen Kollegen einen professionellen, höflichen und sachlichen Stil pflegen;
  • Besprechungen in offenen Räumen oder per Videokonferenz längeren Unterredungen unter vier Augen vorziehen;
  • eine Gewohnheit wie das Nicht-Händeschütteln einfach und ohne Verlegenheit erklären und eine andere Grußgeste anbieten;
  • an Teamaktivitäten in einer passenden Form teilnehmen (Mittagessen, Kaffee), statt sich zu isolieren.

Diese Entscheidungen gehören zur persönlichen Praxis jeder Frau; wichtig ist, sie gelassen und respektvoll zu vertreten.

Sicherheit und Schutz vor Übergriffen

Sexuelle Belästigung und Mobbing sind arbeitsrechtlich verboten und in Frankreich strafbar; in Deutschland schützt unter anderem das AGG vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ihnen vorzubeugen und sie zu beenden. In einer schwierigen Situation:

  • Vorfälle, Daten und Zeugen notieren;
  • die Personalabteilung, den Betriebsrat oder eine zuständige Beschwerdestelle informieren;
  • den betriebsärztlichen Dienst aufsuchen;
  • bei Diskriminierung die Arbeitsaufsicht oder eine Antidiskriminierungsstelle kontaktieren, in Frankreich den Défenseur des droits.

Bemerkungen über Religion oder Aussehen fallen zudem unter die Diskriminierung aufgrund der Religion.

Gründen

Viele Frauen entscheiden sich für die Selbstständigkeit: Onlineshop, Beratungsbüro, Kosmetikstudio, Kita, Sprachkurse, Catering. Die Selbstständigkeit bietet wertvolle Freiheit in der Organisation, verlangt aber eine ernsthafte Vorbereitung: Marktanalyse, Rechtsform, Finanzierung, Versicherung. Wer eine mit der islamischen Ethik vereinbare Finanzierung sucht, sollte sich über verfügbare zinsfreie Lösungen informieren. Der Leitfaden zum islamischen Unternehmertum beschreibt diese Schritte.

Gehalt und Entwicklung verhandeln

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind nach wie vor Realität, und die in der Erziehung oft geschätzte Zurückhaltung kann dazu führen, den eigenen Wert zu unterschätzen. Sich über die Gehaltsbänder der Branche informieren, Argumente vorbereiten und ein strukturiertes Jahresgespräch verlangen, sind hilfreiche Reflexe. Das französische Recht schreibt gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit vor, und große Unternehmen müssen Kennzahlen zur beruflichen Gleichstellung veröffentlichen. In Deutschland gibt das Entgelttransparenzgesetz Beschäftigten in größeren Betrieben ein Auskunftsrecht.

Um voranzukommen, lohnt es sich, Weiterbildungen anzufragen, sich für sichtbare Projekte zu melden und sich mit Mentorinnen und Mentoren zu umgeben, die die Branche kennen. All das ist mit einer gelassenen religiösen Praxis gut vereinbar.

Checkliste

  • eine Berufsrichtung nach den eigenen Talenten wählen, nicht nur nach Einschränkungen;
  • sich über Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie informieren;
  • ein Netzwerk aus berufstätigen Frauen und Mentoren aufbauen;
  • eine einfache Art vorbereiten, die eigenen Gewohnheiten am Arbeitsplatz zu erklären;
  • die Anlaufstellen bei Belästigung oder Diskriminierung kennen;
  • ein Gründungsvorhaben gründlich prüfen, bevor man startet.

Für Fragen rund um den Schleier lesen Sie den Leitfaden zur Arbeit für Frauen, die Kopftuch tragen.

Die zwei Referenzlisten

Quellen und Ressourcen